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Das Regengestirn
Der offene Sternhaufen der Hyaden, auch Melotte 25 genannt, ist ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig die
Beobachtung der Gestirne für unsere Vorfahren sein konnte. Im antiken Griechenland lagen das erste Erscheinen
der Hyaden im Jahreslauf, in der Morgendämmerung des Novembers und das letzte Erscheinen nach Sonnenuntergang
im Mai. Beide Monate fielen mit, zu den Jahreszeiten typischen, schweren Regenfällen und Stürmen zusammen.
So diente der leicht sichtbare Sternhaufen den seefahrenden Griechen als gute Wettervorhersage für unsichere
Zeiten auf See, und noch heute ist in der Bezeichnung "Regengestirn" - wie die Hyaden auch genannt werden,
diese Bedeutung zu erkennen.
Auch für die Beobachtung mit dem Feldstecher haben die Hyaden einiges zu bieten: als erstes fällt der helle,
rote Riesenstern Aldebaran (Alpha Tauri) auf, der am östlichen Rand des Sternhaufens zu finden ist. Mit 60
Lichtjahren Entfernung steht diese Sonne allerdings wesentlich näher zur Erde als die Hyaden, die es auf eine
Entfernung von etwa 150 Lichtjahren bringen. Aldebaran ist deshalb nur ein Vordergrundstern, der zufällig in
Richtung der Sternansammlung zu sehen ist. Auffällig ist auch, die zu den Sternbildern Zwilling und Fuhrmann
offene V-Form, die schon von einem hellen Standort aus zu erkennen ist.
Erforschen Sie den, mit 5 Grad Durchmesser sehr großen Sternhaufen, am besten durch ein Fernglas mit großem
Gesichtsfeld und geringer Öffnung. Schon mit dem Opernglas werden Sie viele der etwa 200 Sonnen des Haufens
sehen.
Wenn Sie das nächste Mal den Wunsch haben die Sterne zu beobachten, nehmen Sie doch die Hyaden näher ins Visier.
Vielleicht ist unsere Faszination für die Sterne auch ein Nachklang der Ehrfurcht, die unsere Vorfahren davor
gehabt haben müssen.
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