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Fernglastipp Januar
Jäger des verlorenen Schatzes:
Der Offene Sternhaufen NGC 2169
Wenn Sie an ein typisches Wintersternbild denken, fällt Ihnen wahrscheinlich spontan der Orion ein. In den Wintermonaten beherrscht der große Jäger unangefochten den Südhorizont. Mit hoch erhobener Keule steigt er in den Abendhimmel - immer auf der Jagd nach dem wilden Tier, um letztlich doch wieder in der Umarmung der Morgenröte zu vergehen. So berührt uns das mythische Weltbild unserer Vorfahren heute noch.
Aber auch mit prächtigen Deep-Sky-Objekten kleckert der Himmelsjäger nicht gerade. Allen voran steht natürlich der Orionnebel M 42, eine ausgedehnt Gaswolke, in deren Innerem auch heute noch neue Sterne entstehen. Eine weitere Berühmtheit - wenn auch nicht mit dem Feldstecher sichtbar - ist der Pferdekopfnebel, direkt unterhalb der Gürtelsterne, die wiederum selber den Sternhaufen Collinder 70 formen. So könnte man die Auflistung noch um einige Highlights erweitern. Da ist es nicht verwunderlich, dass ein kleiner Schatz im Arm des Orion verloren gegangen ist und wahrscheinlich nicht von vielen Sternfreunden aufgesucht wird: der Offene Sternhaufen NGC 2169.
Dabei ist die kleine Gruppe gar nicht so schwer zu finden. Nach Beteigeuze, der rechten Schulter Orions, finden Sie als ersten "Arm-Stern" die kleine Sonne Xi Orionis. Zusammen mit Nu Orionis und zwei weiteren Sternen in nordwestlicher Richtung bilden sie ein etwas windschiefes, lang gestrecktes Rechteck. Diese Formation kennzeichnet die erste Anlaufstelle mit dem Feldstecher und ist schon alleine einen Blick wert. Jetzt haben Sie auch schon die eigentliche Kostbarkeit im Blick, denn genau in der Mitte der Verbindungslinie Xi Ori und Nu Ori, etwas südwestlich von beiden, finden Sie NGC 2169 als nur 5' großen, glitzernden Fleck, flankiert von einer hübschen Sternkette in östlicher Richtung. Ein 15x50 Feldstecher offenbart die vier hellsten Sterne des Haufens, manchmal blitzt sogar das ein oder andere zusätzliche Sternchen auf. Für die Sichtung von weiteren Mitgliedern des Sternhaufens benötigen Sie auf jeden Fall einen Feldstecher mit größerer Öffnung und ein Stativ.
Behalten Sie diesen kleinen Schatz aber nicht für sich, sondern lassen Sie andere Sternfreunde ebenfalls an der Jagd teilhaben
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